Balloon Lift Control (mehr)
...ein minimalinvasives Verfahren erobert die Welt
Zum besseren Verständnis zunächst ein kurzer Exkurs in die Anatomie. Wo befindet sich die Kieferhöhlenschleimhaut?
Allgemeinverständlich ausgedrückt ist der knöcherne Gaumen oben wie unten von Schleimhaut überzogen. Auf der der Mundhöhle abgekehrten Seite des Gaumens liegt die Kieferhöhlenschleimhaut auf.
Das BLC Verfahren lässt sich gut in die aufeinander folgenden verschiedenen Schritte unterteilen.
Zuerst muss wie vor jeder dentalen Implantation die Ist – Situation festgestellt, also herausgefunden werden, wie viel Knochen in dem vorgesehenen Kieferknochenabschnitt in vertikaler Richtung vorhanden ist, um dem Implantat ausreichenden Halt zu bieten. Aus dieser Untersuchung ergibt sich deutlich, wie viel Knochenmasse aufgebaut werden muss.
Sodann wird bis auf eine Restknochenstärke von 1mm ein winziges und darum später gut verheilendes Loch in den in seiner Stärke bereits vermessenen Knochen des Aveolarkammes, die Kompakta gebohrt. Da Perforationen der Kieferhöhlenschleimhaut in der Vergangenheit regelmäßig durch schwer zu kontrollierendes Bohren verursacht worden waren, wird bei dem BLC – Verfahren dieser minimale 1 mm Restknochen nicht mehr durchbohrt sondern behutsam durchstoßen.
Daraufhin wird ein mit etwas radioopaker (strahlenundurchlässiger) Flüssigkeit vorgefüllter
Ballonkatheder durch ein im vorgefertigten Loch eingeführtes Osteotom bis an die Unterseite der Kieferhöhlenschleimhaut geführt und hier langsam und kontrolliert mit weiterer radioopaker Flüssigkeit gefüllt. Indem sich der Ballonkatheder füllt, hebt er die Schleimhaut wie eine Zeltplane bis zu 10mm an. Falls sinnvoll, kann jetzt von der Position des wegen seines radioopaken Inhaltes gut sichtbaren Ballons eine Röntgenaufnahme angefertigt werden, die so auch den neu geschaffenen Raum deutlich macht.
Nun entspricht die nach Entleeren des Ballons wieder aufgefangene radioopake Flüssigkeitsmenge genau der Menge des benötigten Knochenersatzmaterials, das jetzt also als entscheidende Voraussetzung für eine erfolgreiche Implantation an gewünschter Stelle in den neu geschaffenen Sinusraum zwischen Gaumen und der Kieferhöhlenschleimhaut eingebracht werden kann.