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Tunnel Control ....

Da die Prothese nur der atrophen Schleimhaut und dem darunter befindlichen resorbierten Kieferknochen aufliegt und damit mehr und mehr an Auflagerungsfläche verliert, nehmen ihre Wippbewegungen fortschreitend zu, was wiederum zu weiteren Knochen- und Schleimhautatrophien führt; das Resultat ist der erwähnte ‚kniferidge’. Das Ziel des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es, den Kieferkamm lokal unter Einsatz eines eigens dafür entwickelten medizinischen Instrumentarium wieder aufzubauen und hier den Zahnersatz durch ein bzw. mehrere eingebrachte/s Implantat/e abzustützen und zu fixieren. Die Implantate werden im Hartgewebe verankert und bewirken außer der Fixation des Zahnersatzes einen Stopp des lokalen Knochenabbaus. Ein Implantat fordert für seinen festen, langfristigen Einbau ein ausreichendes, umbaufähiges Knochenangebot. Es ist noch gar nicht lange her, dass das lokale Knochenangebot die limitierende Größe für eine implantologische Versorgung darstellte. Man war gezwungen, die Implantatform, manchmal ohne Berücksichtigung ihrer biomechanischen Leistungsfähigkeit, dem lokalen Knochenangebot anzupassen. Mittlerweile sind eine Reihe von Verfahren bekannt, den lokalen Knochen für eine stabile Implantatfixation vorzubereiten. Dazu gehören die Entwicklung von Augmentationsmaterialien, die bei fachgerechter Einbringung den Knochen vor Ort dazu stimulieren, sich neu zu bilden, sich zu verstärken (zu augmentieren). Aus dem Verfahren des BLC Balloon Lift Control ist bekannt, dass die Augmentationstechnik für die atrophe Oberkieferseitenzahnregion mit der Einbringung von Knochenaufbaumaterialien auf den Boden der Kieferhöhle erfolgt, um hier ein leistungsfähiges Knochenlager für Implantate, eine so genannte Inlay-Augmentation, zu schaffen. Hierzu sind verschiedene Zugangsmethoden entwickelt worden, die es ermöglichen, die die Kieferhöhle auskleidende Schleimhaut vom Boden abzuheben und mit Augmentationsmaterial zu unterfüttern. Schwieriger und insgesamt weniger Erfolg versprechend waren bisher die Versuche, eine vertikale Erhöhung eines atrophen Kamms im Unterkiefer zu erreichen, so genannte Onlay-Augmentation. In den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden – vor allem in den Universitätskliniken Kiel (Prof. Dr. Dr. Härle) und München (Prof. Dr. Dr. Schlegel) – zahlreiche klinische Anstrengungen zur Ablösung des Kieferkamm-Zahnfleischs, seiner Untertunnelung und eine Auffüllung des neu geschaffenen Raums mit granulärem Hydroxylapatit angestellt. Trotz der anfänglichen Begeisterung für diese präprothetische Therapie – eine Vielzahl von Veröffentlichungen schienen den mittelfristigen, 4 – 8 jährigen Erfolg dieser Techniken und Materialien zuerst zu bestätigen – waren die langfristigen Misserfolge, so genannte Schlotterkämme, Abstoßung des eingebrachten granulären Materials etc., mit der Grund für das Verlassen dieser Therapien. Eine weitere, wenn auch für den Patienten viel belastendere Möglichkeit der Kieferkammerhöhung wurde auf den von Ilizarov erarbeiteten Grundlagen der Osseodistraktion entwickelt und geht damit einen anderen Weg um den Knochenaufbau zu bewirken. Die so genannte Alveolarkamm-Distraktion als präprothetische Maßnahmen wurde konventionellen Augmentationsverfahren als überlegen beurteilt, weil dabei auf die Verwendung von Knochenersatz verzichtet werden konnte. Dadurch seien ein weiterer Eingriff zur Gewinnung autogenen Knochenersatzes oder die Verwendung xenogenen Materials und die damit verbundenen Probleme, z. B. erhöhte Morbidität, Prioneninfektionen etc., vermeidbar.Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, unter gezieltem Einsatz eines eigens für das Verfahren zum Knochenaufbau entwickelten medizinischen Instrumentarium einen minimalen operativen Eingriff bereitzustellen, der den Patienten durch die Art der Operation möglichst gering belastet und die Operationsdauer und den Ausheilungsprozess zeitlich kurz hält. Weiter wird mit dem Verfahren eine stationäre Behandlung vermeidbar. Die Erfindung beseitigt damit die Probleme, die die derzeit bekannten Verfahren diesbezüglich aufwerfen, da neben der bekannten zeitintensiven operativen Komponente, die Ausheilungszeit und auch die Operationsdauer für den Patienten verkürzt werden. Weiter müssen derartige Operationen durch das erfindungsgemäße Verfahren nicht mehr stationär durchgeführt werden, sondern können in einer Zahnarztpraxis mit OP-Ausstattung erfolgen. Dann kann der Patient am selben Tag noch nach Hause gehen. Die Erfindung ermöglicht damit durch den Einsatz des medizinischen Instrumentariums für die Durchführung des medizinischen Verfahrens der Erfindung eine kürzere Operationszeit, bei weniger aufwändigen Eingriffen ins Gewebe, sowie als Resultat des Verfahrens Knochenneubildung für ortsständigen Knochen oder zur weiteren Transplantation. Das Verfahren greift dabei mit einem neuen Instrumentarium, welches weniger aufwändige, das Gewebe schonende, Eingriffe erlaubt, lediglich prinzipiell die bekannte Untertunnelungstechnik wieder auf und kann durch Verwendung eines ß-TCP-Composite zur Onlay-Plastik den Knochenaufbau bewirken. Die Erfindung dieser schonenden operativen Technik ermöglicht es, Augmentationsmaterialien sowohl im Oberkiefer als auch im Unterkiefer, so einzubringen, dass sich in ihnen neuer Knochen bildet (so genannte Osteoneogenese). Die derzeit bekannten medizinischen Instrumente sind für den Einsatz in diesem Verfahren ungeeignet und ermöglichen es damit nicht, die Einbringung des Augmentats in Form der Untertunnelungstechnik vorzunehmen und als Resultat eine Knochenneubildung zu erzielen. Somit werden durch das erfindungsgemäße Verfahren unter Einsatz des erfinderischen medizinischen Instrumentariums nicht nur die Mängel der bekannten Verfahren beseitigt, die einen Knochenaufbau mit einer Tunneltechnik nicht möglich machen, sondern die Erfindung gibt dem Arzt neben einem geeigneten medizinischen Instrumentarium zudem ein unkompliziertes Verfahren mit kleinstem Trauma (mit kleinster Verletzung von Haut und Weichteilen) zur Knochenneubildung an die Hand.