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Bone – Management

In der überwiegenden Anzahl aller Fälle handelt es sich bei der dentalen Implantologie nicht um eine medizinisch notwendige sondern vom Patienten gewünschte Behandlung. Darum muss dem Eingriff eine besonders ausführliche Patientenaufklärung vorausgehen, die auch über die zu erwartenden Erfolgsaussichten aufklärt.

Nun war man bis vor kurzem der Ansicht, entscheidend für das Gelingen einer Implantation sei vor allem das operative und handwerkliche Geschick des behandelnden Zahnarztes. Inzwischen sind sich aber alle Experten darüber einig, der erste Schritt zum Erfolg liegt in einer sorgfältigen Anamnese.

Röntgenologische Voruntersuchung zur Qualitätsbestimmung des Knochenangebots

Und erstes Ziel dieser Anamnese ist es, sämtliche möglichen Kontraindikationen abzuklären, die gegen einen solchen Eingriff sprechen oder sich während dessen komplizierend auswirken könnten.

Dieses Vorgehen erwächst nicht aus einer übertriebenen Skepsis, was das zu erwartenden Endergebnis betrifft. Denn mit fortschreitendem Erfolg der zahnärztlichen Implantologie werden die meisten kontraindizierte Erkrankungen zunehmend beherrschbar, sind also für gewöhnlich kein Hinderungsgrund.

Ein wichtiger Bestandteil der Anamnese - die röntgenologische Voruntersuchung – dient der Beurteilung des vorhandenen Knochenangebots sowie der vorliegenden  Knochenqualität.

Diese beiden Kriterien sind äußerst entscheidend für den späteren sicheren Halt des Implantats.

Ergibt nun die röntgenologische Voruntersuchung, dass die Qualität des Knochenangebots für das Setzen eines Implantates nicht ausreichenden Halt bietet, muss zunächst für einen Erfolg versprechenden Eingriff Kieferknochen neu aufgebaut werden.

Autogener Knochen zur Korrektur von Knochendefekten

Dazu gilt bis heute vor allem der körpereigene, also autogene Knochen als das Nonplusultra, da bei dessen Verwendung keine immunologischen Reaktionen zu befürchten sind und es infolge der raschen Versorgung mit Blut­gefäßen zu einer schnellen knöchernen Regeneration des Defektes kommt.

In der Regel wird Knochensubstanz aus dem Beckenkamm oder aus dem Kieferwinkel entnommen. Eine solche Entnahme erfordert jedoch einen operativen Eingriff, der immer auch ein Risiko, zumindest aber eine erhebliche zusätzliche Belastung für den Patienten darstellt. Denn es könnten ja Schmerzen, Bluter­güsse und Infektionen im Bereich der Entnahmestelle entstehen.

Zudem steht zur Ent­nahme nur eine begrenzte Menge körpereigenen Knochens zur Verfügung. Diese Nachteile zusammengenommen schränken die Möglichkeit stark ein, Knochendefekte komplikations-
los mit körpereigenem Material  zu behandeln.

Die Alternative zu Autogenem Knochen – Biokeramiken

In der implantologischen Praxis geht darum die Tendenz der Rekonstruktion größerer Knochendefekten im Kieferbereich weg vom Einsatz autologen Knochenmaterials hin zum Einsatz resorbierbarer Biokeramiken. So gibt es inzwischen implantierbare Materialien, die ganz hervorragend zur Auffüllung und Rekonstruktion von Knochendefekten geeignet sind. 

Bone remodeling und was dahinter steckt

Bei der Suche nach synthetischem Ersatz wird grundsätzlich zwischen Knochenersatzstoffen und - Ersatzmaterialien unterschieden. Die Ersatzstoffe sind den Ersatzmaterialien prinzipiell überlegen. Ersatzmaterialien ersetzen den Knochen anhaltend im Defekt, werden also immer Fremdkörper bleiben, ohne dabei in das physiologische bone remodeling – also die Knochen-Remodellierung - einbezogen zu werden.

Dagegen funktionieren die Knochenersatzstoffe als ein  Knochenaufbaumaterial, indem sie zunächst die Knochenneubildung fördern und so am bone remodeling teilnehmen. Im gleichen Rhythmus aber, in dem sich der Knochen im Defekt neu bildet baut sich der Knochenersatzstoff ab.

Selbstredend darf ein solches Knochenaufbaumaterial keine allergischen Reaktionen provozieren und sollte osteoinduktive - die Knochenneubildung fördernde - Eigenschaften besitzen, damit körpereigene Osteoblasten – also Knochenwuchs fördernde Zellen - in den Defekt einwandern können.

Der implantierte Knochenersatzstoff wird also von den körpereigenen Zellen im Zuge des fortschreitenden Heilungsverlaufs immer weiter abgebaut und dabei von sich neu bildendem Knochen ersetzt. Und der heilende Knochen erlangt nach und nach seine ursprüngliche Architektur zurück, indem er seinem genetischen „Bauplan“ folgt. Dadurch wird die gleiche Struktur zurück gewonnen, die vor Eintreten des Defekts auf alle mechanischen Anforderungen flexibel zu reagieren konnte.

Man sieht, wie bedeutend die Materialeigenschaften des gewählten Knochenersatzstoffes sind und wie maßgeblich sie darüber entscheiden, ob sich aus einem einmal eingetretenen Knochendefekt wieder ein gesunder Knochen bilden kann oder nicht.

Und eine der gewünschten Eigenschaften resultiert aus der Oberflächenstruktur des Ersatzstoffes. Denn die entscheidet darüber wie viele verschiedene körpereigene Proteine er aufnehmen kann. Könnten dagegen keine unterschiedlichen Zellpopulationen für eine Besiedelung rekrutiert werden, wäre ein festes Einwachsen des Implantates erschwert wenn nicht unmöglich.