Fortsetzung ... Zahnimplantate - Zirkonoxid oder Titan ?
Unzählige Langzeitstudien ergaben hohe Erfolgsraten von über 90 Prozent nach 5 und 10 Jahren Liegedauer für diverse Titanimplantatsysteme. Aus diesem Grund empfielt die 2007 gegründete und der kommerzfreien Information verpflichtete Implantat-Stiftung Schweiz primär Titanimplantate. Nur sie verfügen zurzeit über die geforderte wissenschaftliche Dokumentation. Zirkonimplantate erfüllen diese Anforderungen noch nicht. die meisten Aussagen im Artikel zu den Vorteilen von Zirkonimplantaten sind spekulativer Natur. Zum bekannten Z-System liegt z.B. nur eine einzige Studie vor mit einer durchschnittlichen Liegedauer von 8 Monaten und einer Frühmisserfolgsrate von 7 Prozent, was überdurchschnittlich hoch ist. Der implantologisch tätige Zahnarzt ist deshalb gut beraten, sich an wissenschaftlich dokumentierte Implantatsysteme zu halten. Es soll auch nicht vergessen werden, dass bereits in den 1980er Jahren ein keramisches Implantat (Frialit-1-Implantat) breit verwendet worden ist mit den genau gleichen Argumenten. Es ist Anfang der neunziger Jahre vom Markt genommen worden, weil die Keramikimplantate nach 5 Jahren eine zunehmend hohe Frakturrate aufwiesen. Dieser Fehler sollte nich wiederholt werden. Unsere Stiftung verfolgt die Entwicklung der Zirkonimplantate mit grossem Interesse, und wir sind überzeugt, dass hier mittel- bis langfristig eine interessante Alternative zu Titanimplantaten möglich sein könnte. Zurzeit sollten Zirkonimplantate aber nur im Rahmen von klinischen Studien oder im Einzelfall auf ausdrücklichen Wunsch von Patienten verwenden werden. Diese Patienten müssen offen darüber aufgeklärt werden, dass die teureren Zirkonimplantate zurzeit wissenschaftlich nicht ausreichend dokumentiert sind. Prof. Dr. med.dent. Daniel Buser (Bern) Präsident Implantat Stiftung Schweiz